Einiges kommt noch
Wie steht es um die Selbstheilungskräfte des Finanzmarktes, wenn der Steuerzahler einspringen muss, um für die Fehlspekulationen der Banken aufzukommen?
Letztendlich sind der Auslöser der ganzen Misere der US-Immobilienmarkt und die im Zusammenhang mit diesem Subprime-Sektor angebotenen Produkte. Da gibt es keine Finanzaufsicht. Verschiedenste Länder, auch deutsche Banken, haben sich aber in diesem Bereich engagiert, ohne die Risiken zu erkennen, die in diesem Immobiliensektor liegen. Die Konsequenz daraus muss sein, dass sich beispielsweise die Landesbanken an solchen riskanten Geschäften überhaupt nicht beteiligen dürfen.
Wird diese Konsequenz aber auch vollzogen?
Im Augenblick herrscht Schadensbegrenzung. Noch ist es nicht gelungen, aus allem auszusteigen. Manche Produkte befinden sich weiterhin in der Palette, daher bleiben einige Bilanzen in der Schwebe, da es doch zu größeren Problemen gekommen ist, als man bislang noch vermutet hat.
Läuft es darauf hinaus, dass sich die USA mit abgewertetem Dollar aus der Krise winden und die Euro-Länder das Nachsehen haben?
Da haben die Amerikaner gerade wieder reagiert. Was die Dollarentwicklung anbelangt, hat die damit verbundene Aufwertung für unsere Exporte eine negative Wirkung. Das wird sich auch auf die Wirtschaft in Deutschland auswirken, also leider ebenso auf die Arbeitsplätze durchschlagen.
Während Deutschland seinen Titel Exportweltmeister demnächst an China abgibt, erhöht sich also weiterhin der Druck aus den USA?
Der Prozentsatz des Exportes in die USA ist nicht so hoch, die meisten Geschäfte haben wir im europäischen Umfeld. Die Auswirkungen sind also nicht gravierend.
Ist die Finanzkrise nun zumindest durchgestanden?
Ich befürchte, dass noch einiges kommt. Das wird sich bis zum Sommer hinziehen.
Gespräch: Ingo LINSEL





