Wachstum nach der Krise
19.01.2010: Die Bundestagsfraktion der Grünen hat sich auf ihrer Januarklausur in Weimar dafür ausgesprochen, dass in Deutschland eine Wachstumsdebatte geführt wird. Dazu soll eine Enquête-Kommission ins Leben gerufen werden, die sich mit qualitativem Wachstum beschäftigt.
Die Bundestagsfraktion der Grünen hat sich auf ihrer Januarklausur in Weimar dafür ausgesprochen, dass in Deutschland eine Wachstumsdebatte geführt wird. Dazu soll eine Enquête-Kommission ins Leben gerufen werden, die sich mit qualitativem Wachstum beschäftigt. Wir glauben, dass Wachstum mehr ist, als die quantitative Steigerung des Bruttoinlandproduktes. Das Wirtschaftswachstum ist heute immer noch zu sehr vom Ressourcenverbrauch abhängig und benötigt zu viele CO2-Emissionen. Hier muss es eine Strategie geben, wie eine umfassende Trennung von Wirtschaftswachstum auf der einen Seite und dem Ressourcenverbrauch und den CO2-Emissionen auf der anderen Seite gelingen kann.
Wichtig ist ein Umdenken in allen Bereichen. Wir haben schon in der letzten Legislatur ein Konzept zu einer grünen Industriepolitik vorgelegt. Ein gutes Beispiel ist die Automobilbranche: Auf der einen Seite - wie auch kürzlich von Bundespräsident Horst Köhler bemerkt - muss sich unser grundsätzliches Verständnis von Mobilität verändern. Neben dem Ausbau von Fernverkehr in Zug und Bus sowie des ÖPNV müssen unsere Autos einfach effizienter genutzt werden. Das heißt aber nicht, dass der Automobilsektor nicht wachsen soll. Im Gegenteil: Der Markt der Elektroautos birgt ein unglaubliches Potential für die Industrie. Außerdem müssen sich Automobilhersteller auf eine veränderte Mobilitätsnachfrage der Kunden einrichten. Ein gutes Beispiel ist Peugeot: Der französische Hersteller hat gemerkt, dass der Wunsch nach einem eigenen Auto in den Großstätten stark abnimmt. Also bemüht er sich jetzt zunehmend, seine Modelle in Großstädten über Car Sharing Varianten zu vertreiben - eine für einen Automobilkonzern bisher sehr ungewöhnliche Strategie.
Eine Enquête-Kommission soll die gesellschaftlichen Diskussionen über eine Transformation zu einem effizienten, ressourcenleichten und CO2-armen Wirtschaften kanalisieren und Handlungsempfehlungen geben, wie und wo ein Wandel bewirkt werden kann.





