Manager-Gehälter am langfristigen Unternehmenserfolg orientieren

Zur Diskussion um Manager-Gehälter erklärt Christine Scheel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende:


Wir begrüßen, dass die Aktionärsschützer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) das Thema Managergehälter wieder auf die Tagesordnung gesetzt haben. Jetzt ist die Politik gefordert. Eine konkrete Festschreibung der Managerbezüge gehört allerdings nicht zu den Aufgaben der Politik. Wir wollen aber einen vernünftigen Rahmen setzen, damit die Wirtschaft hier selbst Exzesse schon im Vorfeld verhindert. Das richtige Instrument ist zunächst der Corporate-Governance-Kodex. Wir fordern deshalb, dass folgende Empfehlungen in den Verhaltenskodex aufgenommen werden sollen:

  • Das Gesamtgehalt eines Managers sollte höchstens zu zwei Drittel variabel, also an den Erfolg geknüpft, sein. Davon sollten alle variablen Bestandteile wie z.B. Boni, Tantiemen und Aktienoptionen erfasst sein.
  • Von diesen Erfolgsbeteiligungen sollten künftig wiederum mindestens zwei Drittel am langfristigen Erfolg des Unternehmens anknüpfen. Daraus ergibt sich im Endeffekt, dass sich die Gesamtvergütung nur zu rund 20 Prozent am kurzfristigen Erfolg und zu fast 50 Prozent am langfristigen Erfolg ausrichtet.
  • Die Offenlegung der Manager-Gehälter durch die Unternehmen soll eindeutig, umfassend und vor allem auch vergleichbar sein.

Sollten solche Empfehlungen nicht zeitnah in den des Kodex aufgenommen werden und sollten sich die Unternehmen nicht an die Empfehlungen halten, werden wir handeln und gesetzliche Lösungen einfordern.

Die Vorschläge aus SPD und Union greifen hier noch zu kurz. So ist beispielsweise die Gewährung von Aktienoptionen gar nicht das aktuelle Problem und auch eine Verlängerung der Haltefrist würde keine Abhilfe schaffen. Denn: Die meisten Unternehmen schreiben schon heute Haltefristen für Aktienoptionen von mindestens drei Jahren vor. Wir hoffen, dass sich die Koalitionsfraktionen spätestens im September auf ein sinnvolles Vorgehen einigen.

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